Die Gedächtniskirche in Berlin wird saniert, erhält sie endlich einen würdigen Namen?

Die 32. unserer „unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.

Die umfassende Modernisierung der „Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche“ in Berlin beginnt, sie wird drei Jahre dauern. (siehe: Tagesspiegel, 28.8.2026). Die Kosten: 44 Millionen Euro, davon spenden Bund und Land Berlin zusammen 27 Millionen Euro. Die Staat – Kirche Verbundenheit funktioniert also auch in der Hinsicht noch gut.

Noch einmal unser Vorschlag: Anläßlich der Sanierung und Modernisierung dieser zentralen evangelischen Kirche in Berlin sollte nun auch der unerträgliche Titel dieser Kirche saniert, d.h. geheilt werden durch einen neuen, denkwürdigen, meinetwegen auch verehrungswürdigen Namen…

Die Evangelische Kirche und alle an der Überwindung des Kolonialismus und Rassismus Interessierten sollten dafür sorgen:  Dieser für eine christliche Kirche widerliche Titel sollte verschwinden, die beiden Kaiser Wilhelm liegen im Grab, dort bleiben sie, kein Gotteshaus darf sich noch auf sie beziehen.  An diese Kaiser – Kirchenfürsten, die nicht nur Kriegsherren und Kolonialherren waren, sondern oberste Chefs der evangelischen Kirche, sollten nur noch kritische Studien erinnern, nicht aber eine zentrale Kirche in Berlin. …

Wir haben Jahre lang oft auf dieser Website für die Umbenennung dieser Kirche am Breitscheid – Platz plädiert. Es gab keinerlei Beachtung, keine Reaktion. Unsere Erkenntnis kann nur sein:  Die Evangelische Kirche hat Angst vor dem mühevollen Prozess der Umbenennung angesichts der Macht reaktionärer Kreise. Und: Was wird denn das Geschlecht der Hohenzollern unternehmen im Falle einer Umbenennung, die Hohenzollern sind doch aufs prächtigste auch mit dem Berliner Dom ad aeternum engsten verbunden. Das dürfte doch wohl reichen an kirchlicher Treue zu den lieben Hohenzollern?

Wir fordern also noch einmal die Umbenennung dieser, so wird’s ausgesprochen: KaWeGe – Kirche (bitte nicht verwechseln mit KaDeWe) bzw., ebenso dumm die schon peinliche Kurzformel „Gedächtniskirche“. Soll dort das „heilige Gedächtnis“ angepriesen werden in bekanntlich sehr vergeßlichen Zeiten?

Die evangelische Kirche in Berlin will am Beispiel ihrer KWG Kirche am Kurfürsten Damm (!) ganz entschieden kein deutliches Zeichen setzen für ihre kirchliche,  eigentlich selbstverständliche Selbstkritik am Kolonialismus und Rassismus und an der Bindung an die Kirchenchefs Kaiser Wilhelm I und II. Diese evangelische Kaiser – Staats- Kirche ist eigentlich genauso peinlich die katholische Papst – Kirche…
Schon 1993 forderte der evangelische Pfarrer Martin Lotz die Umbennung dieser Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, natürlich war auch sein Vorschlag vergeblich, er nannte mir gegenüber einmal die Kirchenleitung in der Hinsicht ignorant…siehe LINK

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin .

Ist Maria, die Mutter Jesu Christi, eine „Leihmutter“?

Eine unerhörte Frage, die Nr. 31. Auch aus aktuellem Anlass: siehe Leihmutter-Debatte Spahn – Funke…

Von Christian Modehn am 17.7.2026

Ist Maria die erste Leihmutter im Katholizismus?

Diese 31. unserer „Unerhörten Fragen“ kann einigen Katholiken vielleicht besonders unerhört erscheinen. Aber diese – religionskritische und dogmenkritische, leicht ironische – Frage muss gestellt werden, wenn man die offizielle katholische dogmatische Lehre ernst nimmt. Sie betont ja stets: „Christus, der göttliche Sohn, wurde im Leib Marias empfangen vom heiligen Geist“.

Wir erinnern als Beleg an den bis heute gültigen „Katechismus der katholischen Kirche“ im Vatikan Jahr 1993 veröffentlicht. Da heißt es in § 485: „Der Heilige Geist wird gesandt, um den Schoß der Jungfrau zu heiligen und göttlich zu befruchten… Gott bewirkt, dass Maria den ewigen Sohn des Vaters empfängt, der aus ihr, aus Maria, die menschliche Natur annimmt.“

Mit anderen Worten: Sozusagen „göttliches Sperma“ wird in den menschlichen Leib der Jungfrau Maria eingefügt.

In § 488 heißt es: „Um aber dem Sohn Gottes `einen Leib zu bereiten`, wie es im neu-testamentlichen Hebräer-Brief (10, 5) heißt, „sollte nach Gottes Willen ein Geschöpf in Freiheit mitwirken.“

In § 494 wird diese besondere Form der Leihmutterschaft Marias noch weiter vertieft: „Auf die Ankündigung , dass Maria durch die Kraft des heiligen Geistes den `Sohn des Höchsten` gebären werde, ohne einen Mann zu erkennen, antwortet Maria im `Gehorsam des Glaubens`, in der Gewissheit, dass für Gott nichts unmöglich ist“.

Der offizielle Katechismus weist auch darin hin, dass später die ersten Theologen, die Kirchenväter, diese Überzeugung vertieft haben: In § 496 heißt es: „ Auch der leibliche Aspekt dieses Geschehens (also die Empfängnis durch den heiligen Geist im Schoß Marias) wurde ausgesagt: Maria hat Jesus , so wörtlich, `ohne männlichen Samen empfangen aus dem heiligen Geist`. Das behauptet die Synode im Lateran im Jahr 649.

Zusammenfassend: Maria ist in dieser (mythologischen) Dogmatik die Leihmutter Gottes.  Das Thema ließe sich weiterführen: Etwa hinsichtlich der „unbefleckten Empfängnis“: Sie gilt ja im biblischen Mythos für Maria genauso wie für die heutigen Leihmütter. Heutige Leihmütter befinden sich also in bester „marianischer Gemeinschaft“…

PS: Man möchte mit einer leichten Ironie meinen, der Katholik Jens Spahn (CDU) kann etwas beruhigt sein: Eine Leihmutter, Maria, spielt im Katholizismus eine ganz große Rolle, man möchte sogar wieder leicht ironisch meinen: Gott braucht in dieser dogmatischen Lehre förmlich eine Leihmutter. Und noch weitergehend: Ohne die Leihmutter Maria keine Erlösung. Denn dann wäre ja Jesus Christus nicht auf Erden tätig geworden…

Wer an dieser Stelle noch nicht den bis heute verkündeten Wahn dieser alten Dogmen – Welt überwunden hat, dem ist … nicht zu helfen…
Es gibt vernünftige theologische Interpretationen zu Maria, zu Josef, dem Gatten Marias, und zu Jesus: Jesus ist natürlich der Sohn Josef, der Erstgeborene mit vielen Geschwistern, wie das Neue Testament mehrfach betont…

Copyright: Christian Modehn, Religionphilosophischer Salon Berlin. www.religionsphilosophischer-salon.de

Warum macht kein kritischer, begabter Filmemacher einen großen Spielfilm: „Deutschland im Jahr 2030?“

Die 30. unserer unerhörten Fragen
Von Christian Modehn am 4.6.2026

Eine kurze Erläuterung:

Angesichts der leider unübersehbaren Zunahme der Bedeutung und damit der bevorstehenden Herrschaft rechtsradikaler Parteien in Europa, vor allem der AFD in Deutschland, wäre es eine heilsame Erfahrung für ein Millionenpublikum von Kino-Besuchern und TV -Zuschauern: Die leider ziemlich sicher bevorstehende Zukunft Deutschland in einem Spielfilm zu erzählen:
Also: Die Herrschaft der neuen Nazis.
Sozusagen als vernünftige, aber im Erzählen anhand konkreter Personen drastische Abschreckung.

Dieser Film über die leider (möglicherweise) bevorstehende Herrschaft der Rechtsradikalen und Extrem – Populisten in Deutschland könnte vielleicht noch helfen, Schlimmstes zu verhindern oder inmitten der Herrschaft der Rechtsradikalen vernünftigen demokratischen Widerstand zu organisieren…
Ein solcher auf die nahe Zukunft Deutschlands und Europas (von den USA ganz zu schweigen) gerichteter Spiel – Film ist unserer Meinung genauso wertvoll wie die permanente Erinnerung an die vergangene Nazi – Herrschaft. Ein solches auf die Zukunft bezogenes Film Projekt weckt politischen Einsatz und Widerstand.

Es geht mit dem Mitteln eines Kino – Films – oder einer Serie im Fernsehen der ARD oder des ZDF – um die emotionale wie vernünftig berührende – wirksame Warnung vor Nazi – Herrschaft jetzt – im Vorgriff, was diese Herrschaft denn bedeuten würde.
Selbstverständlich müssten auch die Politiker und Gruppen, Politiker auch der demokratischen Parteien, ins Spiel gebracht werden, die schon jetzt, 2026, in Berlin oder Brüssel, die Sache der Rechtsextremen direkt oder indirekt, unbewusst oder bewusst, vorantreiben..

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

Warum lassen wir `gestrandeten` Menschen und ertrinkenden Flüchtlingen nicht genauso viel Aufmerksamkeit und Hilfe zukommen wie diesem Buckelwal?

Die 30. unserer „Unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn am 28. März 2026

1.
Diese Frage ist unerhört, also hoffentlich irritierend für Leute, denen ihre Tier“liebe“ über alles geht. Und die aber gern zusehen, wenn von Frontex Flüchtende im Mittelmeer wieder zurück nach Libyen geschickt werden.

2.
Wir leben in einer Menschheit, in der Buckelwale – bei allem Respekt für diese Tiere, die sich in der Klimakrise verirren – sorgsamer behütet und täglich in den allen großen Fernsehnachrichten aufmerksamer mit allen Details der Hilfe gewürdigt werden als die krepierenden Menschen im Mittelmeer oder im Atlantik, auf dem verzweifelten Weg nach Spanien.

3.
Wir halten dieses übermäßige, schon extreme Interesse für diesen so „süßen“, so armen, so hilflosen Buckelwal angesichts der vielen tausend bewusst dem Ertrinken überlassender Boots – Flüchtlinge für eine Schande. Mindestens 20.000 Flüchtlinge sind bisher im Mittelmeer krepiert.

4.
Für das nicht gerade menschenfreundliche Frontex-Regime ist es bezeichnend: Der ehemalige Frontex Chef Fabrice Leggeri wird vom Pariser Ermittlungsrichter wegen möglicher Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit untersucht und hoffentlich angeklagt und genauso hoffentlich auch verurteilt. Dieser einstige Frontex Chef war bezeichnenderweise inzwischen in der rechtsextremen und einst explizit rassistischen Partei Marine Le Pens, dem Rassemblement National, zu führender Stellung gekommen und 2024 auf Listenplatz drei für die Wahl zum Europaparlament gesetzt worden. Darf man vorsichtig sagen: Ein Rassist war Chef der Frontex zur Abwehr der Flüchtlinge. (Siehe als Beleg: Süddeutsche Zeitung, 27. 3. 20926, Seite 6.)

5.

Zum aktuellen Sterben der Flüchtlinge im Mittel-Meer vor Kreta am 29.3.2026:LINK

Zur riesigen Rettungsaktion des Wals in der Ostsee und der riesiegen Aufmerksamkeit der Medien, erneut am 29.3.2026: LINK 

6.

Unsere westliche Kultur, sie behauptet manchmal noch christlich zu sein, wird als „tier-liebend“ und „flüchtlings-feindlich“ bewertet werden. Diese „Tierliebe“ gilt  (für Fleich-Esser natürlich nicht) angesichts der Millionen  gequälter „Nutztiere“, in den überfüllten Stall-Anlagen oder den grausamen „Viehtransporten“… Tierliebe gilt für die Millionen Haustiere bei uns zu Hause und die exotischen Tiere („Danke“ dir, rechtsextreme Brigitte Bardot, für deinen so frühen, so „vorbildichen“Einsatz)… Nebenbei: Wann werden Haifische das lustige Baden in der Nordsee stören?

 

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin

 

 

 

Warum besucht Papst Leo XIV. am 28. März 2026 ausgerechnet das Fürstentum Monaco? Die 29. der „Unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn am 17.3.2026

Eine religionskritische Satire zu einer problematischen „apostolischen Reise“

Auf diese Frage sind mehrere richtige Antworten möglich, eine Antwort ist wahrscheinlich die besonders treffende. (Unsere Antwort am Ende des Beitrags)

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

1 …weil er sich mit Fürst Albert II. nach dessen Privataudienz im „Apostolischen Palast“ so blendend und herzlich versteht? (Der Fürst verfügt nach Schätzungen über ein Vermögen von 1 Milliarde US Dollar).

2 …weil der Papst gern drei Stunden im Helikopter sitzt, der ihn von „Heiligen Stuhl“ nach Monaco transportiert? Also: Ein päpstlicher Beitrag für einen hohen CO2 Ausstoß…

3 …weil er hofft, dort mit einer der vielen Superluxus-Yachten im Mittelmeer etwas herumkurven zu können und dabei als Dank allen Superluxus-Yachten seinen apostolischen Segen erteilt?

4 … weil er in Monaco ein Augustinerkloster gründen will oder nach Spuren seines absolut höchst geliebten „Vater“ Augustin dort sucht? Der erste Teil dieser Frage ist schon jetzt ausgeschlossen, weil der Augustinerorden in Europa fast nur noch alte Herren als Mitglieder zählt und an Kloster – Neugründungen gar nicht zu denken ist.

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

5 … weil der Papst sich freundschaftliche Beratungen und vor allem Hilfen finanzieller Art vom Fürsten und den Seinen verspricht – für den nicht gerade finanziell glänzend dastehenden Heiligen Stuhl?

6… weil er diesen Winzling von Staat Monaco liebt, denn dort ist noch wie einst die uralte katholische, päpstliche Moral staatliches Gesetz: Gegen Abtreibung, gegen gesetzlich mögliche Sterbehilfe…Darum muss doch sonst, weltweit, der Papst nur – erfolglos – kämpfen.

7… weil er zeigen will: Papst Franziskus unternahm seine erste Reise innerhalb Italiens nach Lampusa zu den Flüchtlingen.. Aber er als Leo und „Sohn des heiligen Augustinus“ macht genau das Gegenteil: Er besucht die Superreichen..

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

8… weil er die an dieser Reise Interessierten auffordert, die Papstpredigt in der Kathedrale von Monaco schon jetzt zu schreiben! Das ist doch bei allen üblichen Floskeln nicht schwer. Die päpstliche Predigt sollte also diese Worte enthalten: „Friede ist zentral“; „wir danken dem Fürsten und seiner Familie Grimaldi für ihre Treue zum katholischen Glauben“; „auch Superreiche gehen selbstverständlich ins Himmelreich ein, bei dem Thema irrte Jesus von Nazareth ein bißchen, als er lehrte: Reiche gehen NICHT ins Himmelreich ein“; „nicht nur Monaco, alle demokratischen Staaten sollen den katholischen Moralvorstellungen folgen“; Eheschließungen für Homosexuelle sind Monaco ausgeschlossen, Bravo sage ich als Stellvertreter Christi; Frankreich als Nachbar Monacos ist mit seinem „Laizismus“ kein gutes Vorbild für Katholiken; die Kirche hat nicht nur eine „Option für die Armen“, sondern muss immer auch ihre Liebe zu den Reichen und Superreichen zeigen, nur das zahlt sich wirklich für den Vatikan aus; ….Dies sind einige zu erwartende Floskeln der Papstansprache in Monaco…(Wir wären überrascht, wenn Leo XIV. den Mut hätte, genau das Gegenteil zu verkünden).

9… weil unter den Superreichen viele Depressionen und Sinnkrisen bestehen; der Bischof von Monaco nannte dies jetzt bereits die furchtbare „Armut“ der Bewohner Monacos; die seelische Krankheit dieser „Armen“ könne durch eine päpstliche Botschaft wenn nicht geheilt, so doch gemindert werden. Also: Bitte mehr Seelsorge für die Superreichen, die haben dies bitter nötig. Zum Teilen ihres Reichtums wird der Papst sie selbstverständlich nicht explizit oder gar prophetisch auffordern, das wäre doch ein bißchen undiplomatisch und zu unfreundlich gegenüber dem Milliardär – Fürsten…

Papst Leo XIV. besucht also am 28. März das Fürstentum Monaco…

10… weil er (mit einem Pass des lateinamerikanischen Staates Peru ausgestattet) die Superreichen von Monaco auffordern will, sich für die Theologie der vom Kapitalismus arm Gemachten, also die „Theologie der Befreiung“ in Lateinamerika einzusetzen. Denn in Peru ist bekanntlich die Theologie der Befreiung entstanden (Gustavo Gutiérrez als Initiator).

11… weil der Papst Einladungen der gegen die Mafia kämpfenden Priester und Staatsanwälte in Italien bisher nicht beachtet hat, ebenso die Einladung in Neapels Elendsviertel, deswegen fliegt er im Helikopter ins schöne Monaco… Dies kann doch eine (spirituell ???) reiche Vorbereitung sein für den dann folgenden Palmsonntag, am 29. März. Dann starten wieder die Floskeln in den Predigten…

12…weil er weiß: Kein anderer Papst hat jemals eine solche, dermaßen vööig überflüssig erscheinende Reise unternommen? (Fehlt bloß noch, dass der Papst diese seine Monaco – Exkursion als „apostolische Pilgerfahrt“ deklariert.)

13… weil er weiß, dass einige Journalisten den päpstlichen Hofstaat und seine Diplomatie immer noch beobachten bzw. aus beruflichen Gründen selbst die absurdesten Papst-Reisen beobachten müssen.Dabei hätten sie Wichtigeres zu tun. Und ein Papst wohl auch. An eine Reise in die Ukraine denkt Papst Leo offenbar nicht. Er betet ja, wie nett,  für die Ukraine. Betet er für den Sieg der Ukraine gegen die Russland?

PS: Wir halten die Antwort Nr. 5 für die „besonders treffende“.

Siehe auch unseren Hinweis vom 11.2.2026 zur Reise des Papstes ausgerechnet nach Monaco mit Informationen über das Fürstentum: LINK:

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer-Salon.de

Ist ein böser Gott heute in den USA allmächtig?

Die 28. der „unerhörten Fragen“ des „Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­sch­en Salon Berlin“

Von Christian Modehn zuerst am 27.1.2026 veröffentlicht, erweitert am 6.2.2026.

„Unerhörte Fragen“ haben eine provokative Kraft. Aber sie werden von den Herrschenden kaum „erhört“, d.h. sie haben nur selten eine verwandelnde Kraft. Weil die unverschämt Handelnden unbeirrt unverschämt (unerhört) bleiben.
Aber: Unerhörte Fragen müssen erläutert werden. Dies ist Ausdruck von Hoffnung.

1.
Trump inszeniert sich ständig gern als allmächtig. Nur sein Wille zählt. Vor ihm haben alle gefälligst niederzuknien…
Trump ist absolut launisch, nur auf sein Ego (und sein Geld bzw. die entsprechenden Deals) fixiert; er sei bösartig und hinterhältig, sagen viele, die ihn kennen, gerade aus Kreisen kritischer amerikanischer JournalistInnen. Sie werden von Trump aufs übelste beschimpft. Pressefreiheit will er auch auf diese Weise bekämpfen.

2.
Weil die Bürger der USA und die klein gewordene demokratische Weltgemeinschaft Trump nicht definitiv fassen können, also aus dem Amt entfernen können, um Schlimmstes zu verhindern, suchen viele kompetente Beobachter Zuflucht zu Definitionen, die ihn wenigstens in der Theorie zu „fassen“. So wird die Unfähigkeit der demokratisch gesinnten Menschen etwas beruhigt und man hofft etwa als Philosoph, dass die Stimmen der Kritik irgendwann die Verhältnisse zum Besseren wenden, zur Wiederkehr der Demokratie.

3.
So sehen die wichtigsten Trump – Kritiken aus:
Timothy Snyder meint: Der Trumpismus ist Faschismus.
Felix Sassmannshausen nennt den Trumpismus einen „Cäsarismus“.
Gustav Seibt zieht es vor, Trump mit Nero zu vergleichen.

4.
Der Trumpismus sei aber vor allem ein Neo – Royalismus, betonen die amerikanischen Politologen Stacie Goddard und Abraham Newman in der Zeitschrift „Le Grand Kontinent“. LINK.

Der Trumpismus zeichne sich durch die strikte Leugnung zweier Grundprinzipien der aktuellen Weltordnung aus: Trump leugnet die „gegenseitige Anerkennung der äußeren Souveränität der Staaten und den Vorrang des Rechts als Grundlage der politischen Legitimität und als Grenze der Machtausübung“, so fasst „Perlentaucher“ am 5.2.2026 eine zentrale Erkenntnis zum „Neo – Royalismus“ zusammen.

5.
Trump der neue allmächtige, willkürliche König („Neo-Royalismus“):
Von da aus ist es naheliegend, auch den Titel „Gott“ aus der Bibel und der kirchlichen Tradition auf Trump zu beziehen, zumal ja Trump und die Seinen so oft vom Biblischen schwadronieren. Der auferstandene Christus wird von Katholiken als Christ – König verehrt und vor allem: „Alten Testament“ gibt es zentral das Bekenntnis: „Gott ist König“, siehe etwa die Psalmen, Jesaja, Jeremias etc…

6.
Trump also: der oberste „Neo -Royal“, er deutet öffentlich sein Amt als von Gott gegeben. Er verkündet: Als Präsident wurde er von Gott selbst im Attentat am 14.7.2024 gerettet. „Monate später, im Mai 2025, organisierte der Verteidigungsminister einen christlichen Gebetsgottesdienst im Pentagon, bei dem laut der New York Times ‚Präsident Trump als von Gott bestimmter Führer` gefeiert wurde’“, berichtet „Le Grand Continent“.

7.
Fest steht. Trump gilt unter den „(weißen) Christlichen US – Nationalisten“ als „Messias“. Und der „Messias“ wird von christlichen Theologen als göttliche Gestalt, als Gottmensch, als Erlöser, verstanden und propagiert.
Von da aus kann man sich gut in Trumps Wahn hineindenken, er sei der Messias, also etwas Göttliches. Spätestens seit dem Philosophen Ludwig Feuerbach (1804-1872) wissen wir: Es sind die Menschen, die sich ihre Götter schaffen: Den naiven lieben Opa im Himmel genauso wie den bösen Gott, der als Neurotiker nur eine bestimmte Gruppe von Menschen als die „Seinen“ fördert und alle anderen schikaniert. Der aber als der oberste regierende Gott einen Hofstaat von Halb -Göttern um sich schart.

8.

Es sind die Milliardäre, die Halbgötter, die diesen obersten Gott zu eigenem finanziellen Nutzen unterstützen.
Es ist der Wahn so vieler nationalistisch verdorbener Menschen, die diese Präsenz dieses Gottes für sich als Vorteil ansehen und ihn durch Wahlen an die Macht bringen.
Es ist die systematisch und total ausgebaute Macht – Gewalt des Gott – Herrscher…

9.
Jeder und jede unter Trump Leidende kann diese Liste der Eigenschaften des bösen Gottes fortsetzen.

10.
Aufgrund seiner oben genannten „Qualitäten“ können kritische Beobachter Trump als einen bösen Gott verstehen. Der ägyptische Gott Seth gilt als typisches Beispiel für den bösen Gott, er ist verantwortlich für Chaos, Vernichtung, Krieg und Leiden…In der griechischen Mythologie werden böse Götter genannt, etwa Kronos: Er frisst seine eigenen Kinder.

11.
Beachtlich auch der göttliche Ritus: Wenn Trump eine seiner vielen Verordnungen und Gesetze unterschrieben hat, zeigt er das Dokument, hoch haltend, auch drehend, damit jede Kamera auch seine viel zu lange, künstlich aufgeblähte spitze Unterschrift wahrnimmt: Trump will in dieser Zeremonie religiöse Vorstellungen wecken … etwa Erinnerungen an Moses, als er die Gesetzestafeln Gottes dem Volk zeigte. Dies ist ein beliebtes Motiv der Künstler, man denke an Valentin de Bourgognes Gemälde (1628). Diese Unterschriften – Riten Trumps im Beisein seiner ihn bewundernden „Gemeinde“ (Vance und andere Halbgötter; Vance wird bald der neue Gott sein) sind also eine bewusst eingesetzte religiöse Zeremonie, die direkten Bezug hat zu tiefsten religiösen Traditionen von Judentum und Christentum. Der Gott zeigt sich seinem Volk.

12.

ABER, dies ist der entscheidende Unterschied: Moses hatte die Gesetzestafeln empfangen, nicht selbst geschrieben, Moses stand UNTER dem einen, dem befreienden Gott. Trump hingegen formuliert selbst diese verheerenden Gesetze, er maßt sich an, Herr aller Gesetze, allen Rechts, zu sein.

13.

Und Trump „schwingt sein Schwert“, ständig: gegen die Demokratie, gegen die eigenen Bürger, wenn sie zur Opposition, gehören. Die USA werden allmählich zur Diktatur. Wer es sich leisten kann, flieht, etwa nach Kanada.

14.
Die demokratischen Mitbürger seines Landes betrachtet der böse Gott explizit als Feinde, auf die er in seinem offiziellen KI- Video tatsächlich Scheiße von oben wirft. Tiefer kann ein so genannter Präsident nicht sinken…Quelle: LINK. https://www.sueddeutsche.de/kultur/ki-video-donald-trump-fake-no-kings-koenig-faekalien-li.3327809
15.
Im biblischen Mythos rettet Gott das unterdrückte Volk aus der Herrschaft des Pharaos in Ägypten. Er beruft Moses als den Befreier des Volkes.
Der wahre Gott ist der befreiende, der menschliche Gott…Der Prophet Jesus von Nazareth brachte definitiv Klarheit: Gott ist der liebende Vater eines jeden Menschen.  Das ist die humane Botschaft des christlichen Monotheismus.

16.
Wie lässt sich der genannte biblische Mythos in die Sprache der säkularen Welt übersetzen? Als wahres Göttliches können heute nur die universellen Menschenrechte gelten. Sie fordern Respekt, Gerechtigkeit, Gleichbehandlung vor dem Gesetz für einen jeden Menschen. In dem Sinne: Demokraten weltweit leisten Widerstand in Gruppen, Parteien, Organisationen, in NGOs, sicher auch in einigen Kirchen-Gemeinden, die öffentlich und lautstark, trotz aller Medien – Herrschaft durch diesen Gott und seine Halbgötter, für die Befreiung kämpfen, für die Befreiung von Göttern und Halbgöttern.

17.
Das ist die verstörende Erkenntnis dieser Wochen und Tage: Wir leben tatsächlich in einer poly-theistisch bestimmten Welt der vielen bösen Götter (sie haben auch den Namen „Neoliberalismus“). Die vielen bösen Götter der Gewaltherrschaft sind Produkte der „Theologie“, der Ideologie, der Rechtsextremen, der Nazis, der Faschisten usw. Als die „Neue Rechte“ („La Nouvelle Droite“) sich um 1970 in Frankreich und von da aus in ganz Europa und Amerika etablierte, war der Polytheismus Mittelpunkt ihrer Ideologie. Die wahren Monotheisten, die Verteidiger der universell gelten Menschenrechte, waren und sind ziemlich hilflos bis jetzt.

PS 1.:
Diese unsere unerhörte Frage wurde von einem wichtigen Dokumentar-Film der ARD am 12.1.2026 angeregt: „Trump & us“. Die drei Teile des Films sind bis 10.1.2028 in der Mediathek verfügbar. LINK

Wir haben schon 2025 ein viel beachtetes Gebet formuliert, das die Trump-Gläubigen jeden Tag sprechen, eine Neufassung des Songs „Ich bete an die Macht der Liebe“… : LINK:

Dieser Beitrag wurde am 27.1.2026 zuerst publiziert, dem Gedenken an die „Befreiung von Auschwitz 1945“, dem Gedenken also an das vorläufige Ende der Nazi-Herrschaft in Europa; die Nazi-Herrschaft  ist Inbegriff der Herrschaft böser Götter, denen so viele Menschen folgten.

Die ständige Verführbarkeit der so genannten Monotheisten, also der Verehrer des wahren, des humanen Gottes durch die bösen Götter ist ein dringendes Thema der  Re­li­gi­ons­phi­lo­so­phien und kritischen Theologien.

PS 2.:Der Spiegel (online) nennt am 15.2.2026 „Trump- einen SATANISCHEN Wettermacher“, ein Kommentar von Dirk Kurbjeweit. Sozusagen eine Zuspitzung bzw. Variation unserer These: „Trump als böser Gott“.  Wer stürzt einen „Satan“, wer stürzt einen „bösen Gott“? Falls das gelingt: Welcher „Satan“ kommt danach, welcher „böse Gott“ kommt danach, wenn die vernünftigen demokratischen Menschen nicht SEHR aufpassen!

Copyright: Christian Modehn, www.religionsphilosophischer-salon.de

 

 

 

 

 

Warum klagen Juden, Christen und Muslime ihren Gott heute nicht an: Wegen der übelsten Zustände auf dieser Welt.

Die 27. der „Unerhörten Fragen“

Von Christian Modehn am 6.7.2025

Einst gehörte die Anklage Gottes durch die Frommen im Judentum (Hiob) und im Islam (Attar) selbstverständlich zur Spiritualität. Christen liebten es allerdings nicht so sehr, Gott anzuklagen und gegen ihn zu protestieren. Denn Er galt ihnen als „Gott der Liebe“. Über ihre Ignoranz (Hass im Antisemitismus, Kolonialismus etc.) gegenüber dem Gott der Liebe verloren die allermeisten Christen keine Tränen und keine Worte, geschweige denn formulierten sie Anklage-Gebete. Solche Gebete fehlen bis heute in christlichen Kreisen!

Wenn Juden, Christen, Muslime und ihre „Führer“ tatsächlich noch an ihren lebendig-handelnden Gott glauben, dann sollten sie doch Anklage erheben, also ihren Gott beschuldigen: „Wo bist du denn?“ Gibt es den Gott des „Bundes mit den Menschen“ etwa nicht mehr? Kümmert Er sich nicht mehr um seine Geschöpfe?

Von solchen Anklagen gegen Gott ist heute nichts zu vernehmen. Sind die Frommen mit einem fernen, untätigen Gott sogar zufrieden? Mit dem „Gott“ Netanjahus und seiner super“frommen“, aber rechtsextremen Minister? Oder ist die Hamas mit ihrem genauso heftigen Allah einverstanden?

Unsere Vermutung: Vielleicht glauben die Frommen und ihre „Führer“ längst nicht mehr an einen fürsorglich handelnden, einen liebenden Gott. ER ist entschwunden. Gott handelt nicht mehr, und wird wegen seines Nicht-Handelns auch gar nicht mehr angeklagt.

Die Theologie des „Bundes Gottes mit den Menschen“ ist tot, existiert nur auf den Papieren der Theologen, die Ideologen geworden sind. Es herrscht der Nihilismus?

Und was die Christen angeht: Einige Katholiken zumal klagen jetzt zurecht, allerdings völlig erfolglos ,die bürokratischen, undemokratischen Strukturen der Kirche an. Kirchen-Anklage ersetzt die Gottes-Anklage. Diese Kirchen-Anklage ist sowieso einfacher und in den Medien wirksamer und theologisch auch nicht so schwierig wie die Gottes-Anklage.

Nebenbei: Der Autor dieses Hinweises hat eine andere Antwort auf diese „unerhörte Frage Nr. 27“. Hier soll nur der Abschied von der Gottes-Anklage in dogmatischen Kreisen der etablierten Religionen religionswissenschaftlich, sozusagen von außen betrachtet, dokumentiert werden. Und als Wende in der religiösen Szene der Gegenwart gedeutet werden! Gott ist angesichts der politischen, ökologischen, sozialen Katastrophen der Gegenwart, von Menschen gemacht, nicht mehr relevant. Man beklagt Seine Abwesenheit schon gar nicht mehr.

PS:
Zur Einstimmung bitte lesen: Psalm 88 „Klage eines Kranken und Einsamen“.

Und zur Vertiefung bitte lesen: Das wichtige Buch von Navid Kermani, „Der Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte“, Becksche Reihe, München, 2011, 335 Seiten, 14, 95€.

Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin.